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Ost-Timor


    

Timor-Leste, Osttimor



Flagge Osttimor, Timor-Leste Flagge
Landkarte
Kontinent:   Süd-Ostasien
Grenzländer:   Indonesien 
Hauptstadt:   Dili
Amtssprache:   Tetum, Portugiesisch
Einwohner:   948.000
Fläche:   15.007 qkm
Währung:   USD
Autokennzeichen:   TL
Telefon-Vorwahl:   +670
Zeitzone:   MEZ +7

Natürlich ist der Name Timor-Leste der einzig korrekte, aber häufig findet - wohl wegen der langen Gewohnheit - immer noch die Bezeichnung Ost-Timor Verwendung.

Osttimor wurde am 28. November 1975 von Portugal in die Unabhängigkeit entlassen. 1976 wurde es von Indonesien annektiert, seit 2002 ist es wieder selbständig. Osttimor ist etwa 15.000 qkm groß, hat eine 706 km lange Küste und eine 228 km lange Grenze zu Indonesien. Die Hauptstadt und zugleich wichtigster Hafen des Landes ist Dili.

Der höchste Berg in Osttimor ist mit 2.963 Metern der Foho Tatamailau. Das Land ist relativ reich an Bodenschätzen, vor allem Gold, Erdöl, Naturgast, Mangan und Marmor. Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholisch. Die offiziellen Landessprachen sind Tetum und Portugiesisch.

Das Land ist eine demokratische Republik; die heutige Verfassung von Osttimor stammt vom März 2002 und basiert auf dem portugiesischen Modell. Laut Angaben der Regierung soll Osttimor derzeit die jüngste Demokratie der Welt sein. Seit der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975 wird der 28. November als Nationalfeiertag begangen. Die Landeswährung ist der US-Dollar.

Die Geschichte von Osttimor geht laut anthropologischer Forschungsarbeiten auf die Zeit um 40.000 bis 20.000 Jahre v.Chr. zurück. Zu der Zeit soll das Gebiet erstmals von vedo-australoiden Stämmen besiedelt worden sein. Eine zweite Welle kam etwa 3.000 Jahre v.Chr., vorwiegend aus Papua-Neuguinea und einigen pazifischen Inseln. Eine dritte Einwanderungswelle soll es etwa 2.500 v.Chr. aus China gegeben haben.

Die Portugiesen erreichten auf ihren Entdeckungsfahrten die Küste von Timor im Jahr 1515. Nachdem sie sich als Kolonialmacht im Land etabliert hatten, bauten sie ihre Handelsaktivitäten weiter aus. Von der Zeit ihrer Eroberung bis 1815 exportierten die Portugiesen das wertvolle Sandalholz in alle Welt und holzten dabei nahezu den gesamten Bestand ab. Nachdem Sandalholz dann als Rohstoff knapp wurde, begannen die Portugiesen mit dem Anbau von Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle. Die Erlöse aus den Exporten gelangten in das Mutterland Portugal, während in dem Kolonialgebiet kaum investiert wurde. Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs hatte die Hauptstadt Dili keine Elektrizität, keine geregelte Wasserversorgung und ein mageres Straßennetz.

Im Verlauf des 2. Weltkriegs landeten Truppen aus Australien und den Niederlanden trotz vehementer Proteste aufseiten von Portugal in Osttimor. Die Anwesenheit der Australier als Argument anführend, schickte Japan im Februar 1942 Truppen, die bis September 1945 im Land blieben. Nach der japanischen Invasion lag das Osttimor praktisch in Schutt und Asche.

Nach dem 2. Weltkrieg versuchte Portugal, Osttimor gemeinsam mit den Bewohnern wieder aufzubauen, die Entwicklungen schritten aber nur langsam voran. Unterdessen erklärten die Vereinten Nationen Osttimor zum autonomen Gebiet unter portugiesischer Verwaltung. 1974 fand die Diktatur in Portugal durch die "Nelkenrevolution" ihr Ende. Portugal schritt zu einer parlamentarischen Demokratie über, das politische Klima änderte sich, und erstmals gestattete Portugal die Aufstellung einheimischer politischer Parteien in Osttimor.

Nachdem sich der Griff der Portugiesen gelockert hatte, putschte im August 1975 eine Gruppe gegen die linksgerichtete Fretilin, um die Macht an sich zu reißen. Dennoch errichtete die Fretilin am 28. November 1975 Osttimor als demokratische Republik (RDTL). Anerkannt wurde die neue Regierung aber nur von ein paar Ländern, darunter vor allem die ehemaligen portugiesischen Kolonien. Dieses Staatsgebilde war dann auch kurzlebig - im Dezember 1975 marschierten indonesische Truppen in das Land ein.

Die indonesische Besatzungsmacht gelangte im Land und international immer mehr unter Druck, bis sich die Lage im Oktober 1996 zuspitzte, als den aus Osttimor stammenden Bischöfen Bishop Ximenes Belo und José Ramos Horta der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Indonesien musste schließlich im Mai 1999 unter internationalem Druck Osttimor aufgeben.

Im August 2001 wurden in Osttimor die ersten freien Wahlen abgehalten. Die demokratische Republik Osttimor wurde schließlich am 24. März 2002 ausgerufen.




 





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